Der wilde Osten
Nicht dass ich wirklich Ahnung vom Osten hätte, aber was ich in der "Zeit" lesen musste, finde ich doch schon ein wenig bedenklich:
Angesichts der Offensive der Neonazis wollte der Ueckermünder Stadtrat im vergangenen Jahr allen Ernstes Demonstrationen im Stadtgebiet pauschal untersagen – dass dies schlicht grundgesetzwidrig wäre, musste den Kommunalpolitikern erst erläutert werden (heute, immerhin, unterstützt die Stadt eine Initiative gegen Rechtsextremismus). Und in Anklam sagt der Bürgermeister – statt offensiv Demokratie und Pluralismus zu verteidigen –, er finde eine »Demokratur« eigentlich auch besser.
Kein Wunder, dass in Vorpommern wachsenden Teilen der Gesellschaft der Sinn abhanden kommt für das, was sich gehört und was nicht. Seit Jahren kann ein rechtsextremistischer Dachdecker mit der Lebensrune in einem Schaukasten direkt vor dem Anklamer Gymnasium werben, ohne dass es jemanden stört. Der örtliche Trabi-Club fand es witzig, bei seiner Disko einen »DJ Völkermord« an den Plattenteller zu lassen. Im Bäckerladen von Ducherow liegt im Regal neben dem »Hansebrot« ein Brot namens »Glatze« mit schöner brauner Kruste. Obwohl Neonazis seit Jahren die germanische Sagenwelt zur Popularisierung ihrer Ideologie nutzen, wurden im letzten Jahr zwei junge Wölfe im Tierpark Ueckermünde Wotan und Thor getauft. Tino Müller versichert, damit habe er nichts zu tun. Vermutlich stimmt das sogar. So weit ist es schon.
Angesichts der Offensive der Neonazis wollte der Ueckermünder Stadtrat im vergangenen Jahr allen Ernstes Demonstrationen im Stadtgebiet pauschal untersagen – dass dies schlicht grundgesetzwidrig wäre, musste den Kommunalpolitikern erst erläutert werden (heute, immerhin, unterstützt die Stadt eine Initiative gegen Rechtsextremismus). Und in Anklam sagt der Bürgermeister – statt offensiv Demokratie und Pluralismus zu verteidigen –, er finde eine »Demokratur« eigentlich auch besser.
Kein Wunder, dass in Vorpommern wachsenden Teilen der Gesellschaft der Sinn abhanden kommt für das, was sich gehört und was nicht. Seit Jahren kann ein rechtsextremistischer Dachdecker mit der Lebensrune in einem Schaukasten direkt vor dem Anklamer Gymnasium werben, ohne dass es jemanden stört. Der örtliche Trabi-Club fand es witzig, bei seiner Disko einen »DJ Völkermord« an den Plattenteller zu lassen. Im Bäckerladen von Ducherow liegt im Regal neben dem »Hansebrot« ein Brot namens »Glatze« mit schöner brauner Kruste. Obwohl Neonazis seit Jahren die germanische Sagenwelt zur Popularisierung ihrer Ideologie nutzen, wurden im letzten Jahr zwei junge Wölfe im Tierpark Ueckermünde Wotan und Thor getauft. Tino Müller versichert, damit habe er nichts zu tun. Vermutlich stimmt das sogar. So weit ist es schon.
yuszuv - 12. Sep, 11:54






